Werbung auf WhatsApp

Im Mai 2019 hat der der Internetkonzern Facebook, zu dem WhatsApp gehört, angekündigt, dass mit 2020 ein Testlauf für Werbeanzeigen auf WhatsApp gestartet werden sollte. Bei WhatsApp handelt es sich um einen der beliebtesten und am weitesten verbreitetsten Messenger-Dienste im Internet. Doch nun kommt alles doch ganz anders als geplant.

Werbeanzeigen auf Eis gelegt

Die Pläne von Facebook auf WhatsApp Werbeanzeigen zu schalten und so zusätzlich Werbeeinnahmen zu lukrieren sind zunächst auf Eis gelegt, wie das Wall Street Journal berichtet. Gänzlich verabschiedet wurde der Gedanke allerdings noch nicht. An der Absicht, Werbeanzeigen in WhatsApp zu integrieren, hält Facebook weiterhin fest. Ein konkretes Datum oder weitere Fahrpläne rund um die Einführung gibt es aktuell allerdings noch nicht.

Die geplanten Werbeanzeigen auf WhatsApp hätten sich an Instagram orientieren sollen und als Story Ads in den Statusmeldungen erscheinen. Mit der Entwicklung des Quellcodes war ein internes Team bereits beauftragt worden. Erst kürzlich wurde diese Einheit allerdings aufgelöst und auch der bereits erarbeitete Code entfernt, so bezieht sich das Wall Street Journal auf Insiderquellen.

Interne Differenzen

Durch die geplante Monetarisierung von WhatsApp durch Werbung kam es auch zu einer Distanzierung der beiden WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton, die sich beide schon zuvor stets gegen Werbung im Messenger ausgesprochen haben. Werbung werde von ihnen sogar als „Störung“ bzw. als „Beleidigung der Intelligenz“ gesehen.

Mittlerweile haben Jan Koum und Brian Acton den Konzern mitunter wegen der Uneinigkeit über Reklame auf WhatsApp verlassen. Doch warum auf einmal der Rückzug von Facebook? Es scheint prinzipiell doch schwerer als gedacht zu sein einen Messenger-Dienst zu monetarisieren. Zu groß sei der störende Faktor in privaten Konversationen. Möglich sei auch der Mangel an genügend Daten über deren Nutzer. Außerdem widerspräche das gezielte Targeting der Kunden von WhatsApp dem Versprechen der End-zu-End-Verschlüsselung, die ein erhebliches Feature für viele Kunden darstellt.

WhatsApp bleibt vorerst werbefrei

Ein weiterer Grund Werbung im Messenger-Dienst WhatsApp zu unterlassen wäre das Risiko, dass Nutzer sich durch die permanente Reklame belästigt fühlen könnten und zu einem konkurrierenden Anbieter wechseln, der keinerlei Verbindung zu Facebook hat. Das bedeutet, dass die App, die im letzten Jahr am häufigsten heruntergeladen wurde, in naher Zukunft nicht maßgeblich zu den Werbeeinnahmen von Facebook beisteuern wird und werbefrei bleibt.

Aktuell bricht wieder die Debatte um bezahlte Premiumversionen aus, wie es schon vor der Übernahme von WhatsApp durch Facebook im Jahr 2014 der Fall war. YouTube, Spotify und andere Dienste haben bereits erfolgreich Bezahlversion eingeführt, in der man keine Werbung angezeigt bekommt. Es steht fest, dass einige Nutzer bereit wären, eine Gebühr für eine werbefrei Version von WhatsApp zu bezahlen. Wäre Sie es auch?

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